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2. Woche

2. Woche

Montag, 30.7.2001:
Heute ist Ruhetag angesagt. Vormittags gehen wir in Eksjö ein wenig shoppen. Tom bekommt eine neue Angelrute, weil er gestern mit so brachialer Gewalt einen Hänger lösen wollte, daß dabei die Spitze seiner sündhaft teueren Kohlefaserrute abbrach.

Gegen Mittag fahren wir nach Katthult um den Drehort des Michel aus Lönneberga zu besichtigen. Wir machten allerdings den Fehler nach Lönneberga zu fahren und dort vergeblich zu suchen (Wir waren aber nicht die einzigen). Als wir in einem kleinen Cafe nachfragen werden wir schnell aufgeklärt, daß der Drehort sich in Katthult (ca. 22 km entfernt) befindet. Da sich häufig Touris nach Lönneberga verirren, hat man auch schon die Kopie einer Karte bereit, die man uns in die Hand drückt und mit deren Hilfe wir schnell nach Katthult finden.


Das Wohnhaus


Der Schuppen

Das Anwesen ist noch immer von den ursprünglichen Besitzern bewohnt und wird in dem Zustand erhalten, wie man es aus dem Film kennt. Der Eintritt kostet 10 Kronen, was aber eher als freiwilliger Obulus zu verstehen ist, da man das Geld in eine am Tor angebrachte Box einwirft.

Wieder in Eksjö angekommen, gehen wir erst mal angeln, wobei wir einige Barsche, eine Brasse und zwei Krebse an Land ziehen können. Das Abendessen ist gesichert!


Tom mit einem gefangenen Krebs

Dienstag, 31.7.2001:
Heute stehen wir um 9:00 Uhr auf und machen den Wohnwagen fahrbereit, so daß es gegen 10:30 Uhr losgehen kann. Heutiges Ziel ist Örebro, wo wir nach 216 Kilometern am frühen Nachmittag ankommen. Der dortige Campingplatz (Camping Gustavsvik), an dem wir eigentlich zwei Nächte bleiben wollten enpuppt sich als "das Letzte". Genau diese Art Campingplätze kann ich absolut nicht ausstehen: riesengroß (ich mag kleine Plätze mit familiärer Atmosphäre), Jubel, Trubel, Heiterkeit und extrem teuer (etwa doppelter Preis im Vergleich zu anderen Plätzen, auf denen wir übernachtet hatten). Ich finde diesen Platz absolut zum Kotzen und beschließe am nächsten Morgen das Weite zu suchen.

Nachmittags gehen wir noch am angrenzenden See ein wenig Angeln und fangen eine Forelle mit etwa eineinhalb Pfund. Abends wird der Fisch in Alufolie gegart und Tom serviert (Ich mach mir nicht so viel aus Fisch). Aufgrund des guten Wetters essen wir heute draussen und schliesslich passiert es: Nach wenigen Bissen will Tom die Forelle auf dem Teller wenden um auf der anderen Seite an die leckere Haut zu kommen, wobei sie ihm vom Teller rutscht und unter dem Tisch im Sand liegt.

Mit dem Empfang von ASTRA ist ab hier nun auch Schluß (60-cm-Antenne). Ab nun sind wir auf terrestisch ausgestrahlte Programme angewiesen, die in der Regel aber im englischen O-Ton mit schwedischen Untertiteln gesendet werden.

Mittwoch, 1.8.2001:
Wir verlassen morgens den ätzenden Campingplatz und begeben uns auf den weiteren Weg. Man merkt nun schon an den Temperaturen, daß wir immer weiter nach Norden kommen. Trotz sonnigen Wetters wird es kaum noch 20 Grad warm. Heute geht es nach Gävle und von da aus an der Ostseeküste entlang weiter nach Norden Richtung Sundsvall - Luleå - Haparanda. An einem Rastplatz bei Harmångar wird nach 443 Tageskilometren das Nachtlager aufgebaut.

Donnerstag, 2.8.2001:
Heute ist erstmals die Heizung im Wohnwagen angesagt. Als ich um 7:00 Uhr aufstehe zeigt das Thermometer gerade mal 10 Grad (innen) bzw. 8 Grad (aussen) an. Bei strahlendem Sonnenschein weht ein eisiger Nordwind und auch die Maximaltemperatur wird heute Nachmittag nicht über 14 Grad ansteigen. Gegen 10:00 Uhr fahren wir wieder los Richtung Norden und legen nach etwa 160 km an einer Flußmündung eine mehrstündige Angelpause ein. Tom fängt dabei einen großen Barsch.

Kurz nach 16:00 Uhr fahren wir weiter bis Luleå, das wir nach 607 Tageskilometern um 23:15 Uhr bei 6 Grad C erreichen. Als ich um 23:30 Uhr die Stützen des Wohnwagens herunterdrehe ist es noch taghell. Tom folgert daraus, daß er noch nicht ins Bett muß, was ich ihm aber schnell ausreden kann, da er ohnehin schon hundemüde ist.

Freitag, 3.8.2001:
Kurz vor 9:00 Uhr fahren wir nach Luleå, um Gammelstad zu besichtigen. Hierbei handelt es sich um ein sog. "Kirchendorf". Wegen der dünnen Besiedlung hatten die Gläubigen früher teilweise enorme Entfernungen zur Kirche zu Fuß oder per Pferdekutsche zurückzulegen. Aus diesem Grund bauten sie sich rund um die Kirche kleine Holzhütten und verbrachten dort während wichtiger kirchlicher Feste mehrere Tage. Solche Kirchendörfer sind im Norden häufig anzutreffen. Stellvertrentend für alle wurde Gammelstad von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft.


Gammelstad mit Blick auf die Kirche

Nachdem wir nun genug gegammelt haben, kann die Reise in den Norden nun weiter gehen. Um 11:45 Uhr erreichen wir den Grenzübergang Haparanda - Tornio und stellen unsere Uhren in Finnland nun um eine Stunde vor. Nächster Anlaufpunkt war die Stadt Rovaniemi und der wenige Kilometer nördlich davon gelegene Polarkreis. Hier war ein Stopp mit Fotos natürlich absolutes Pflichtprogramm. Tom gefällt der Rummel mit Nikolaus und Weihnachtsgedudel ganz gut, ich finde es eher ein wenig pervers, mitten im Sommer in freier Natur von Weihnachtsmusik beschallt zu werden.


Tom am Polarkreis

Der nördliche Polarkreis zieht sich bei 61° 32' 35" N um die Erde und kennzeichnet die Grenze, an der am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, die Mitternachtssonne gerade noch sichtbar ist. Je weiter man sich in diesem Kreis nach innen (Richtung Pol) begibt, desto länger dauert die Periode der Mitternachtssonne.


Skizze des Polarkreises

Nach unserem Pflichtstopp am Polarkreis fahren wir noch etwa 50 Kilometer weiter nach Norden und finden nach insgesamt 347 Tageskilometern an einem kleinen Fluß einen schönen Parkplatz zum Übernachten. Tom versucht noch ein wenig sein Angelglück, muß aber nach mehreren Abrissen erfolglos aufgeben. Diese Nacht läuft erstmals die Wohnwagenheizung die ganze Nacht durch, was sich auch nicht ändern wird, bis wir wieder südlichere Regionen erreichen.

Samstag, 4.8.2001:
Den heutigen Tag beginnen wir mit Faulenzen. Gegen 10:45 Uhr fahren wir weiter, unserem heutigen Tagesziel, dem Inarisee, entgegen. Nach etwa 50 km trabt plötzlich das erste Rentier mitten auf der Straße. Tom will wissen, ob wir davon in diesem Urlaub noch mehrere sehen können. Allein an diesem Tag sollen es noch 22 Stück werden.


Unser erstes Rentier

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir einen kleinen, gemütlichen Campingplatz (Inari Hollyday Village) im kleinen Ort Inari. Ganze vier Wohnwagen (incl. unserem) stehen auf dem kleinen Platz, der sich aber gegen Abend füllt. Geangelt wird in den nächsten Tagen (wir wollen hier wieder mal eine kleine Erholungspause einlegen) direkt hinter dem Wohnwagen und Tom fängt auch gleich zum Auftakt eine schöne Äsche.


Der erste Fang am Inarisee

Während es bei unserer Ankunft am Inarisee noch sonnig ist, ziehen am Abend bereits erste Wolken aus Nordwest heran, die nichts gutes erahnen lassen: Regen ist für die nächsten Tage angesagt. Alles in allem hatten wir aber bisher viel Glück mit dem Wetter, denn andere Reisende, die entlang der norwegischen Küste nach Norden gefahren waren und nun schon wieder auf dem Rückweg sind, erzählen uns, daß sie bisher nur Regen hatten, während wir uns bisher nicht über mangelnde Sonne (siehe Fotos) beklagen konnten.

Sonntag, 5.8.2001:
Es regnet die ganze Nacht hindurch. Morgens ist es windstill und der Regen hat aufgehört. Ein gutes Beißwetter für die Fische. Binnen kürzester Zeit sind zwei Äschen für das Abendessen gefangen. Nachmittags erledigen wir im Supermarkt ein paar Besorgungen. Es beginnt zu regnen und hört den Rest des Tages auch nicht mehr auf. Wir beschliessen, hier am Inarisee auf besseres Wetter zu warten, bevor wir die Weiterreise zum nur noch eine Tagesetappe entfernten Nordkap antreten.

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