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3. Woche

3. Woche

Montag, 6.8.2001:
Auch heute ist es regnerisch und windig, das heißt, wir werden auch den heutigen Tag in Inari verbringen, um auf besseres Wetter zu warten, bevor wir ans Nordkap weiterfahren. Vormittags versuchen wir es, leider ohne Erfolg mit Angeln, Nachmittags vertreiben wir uns die Zeit im Samenmuseum in Inari und mit einer kleinen Bootstour auf dem Inarisee.

Am späten Nachmittag sieht man am nordwestlichen Horizont einen Silberstreif. Das Wetter scheint sich zu bessern und gegen Abend werden die Löcher in den Wolken immer größer. Ich schalte am Abend noch den Fernseher ein, um einen Wetterbericht zu ergattern, den ich zwar nicht verstehe, aber auch das Satellitenbild spricht eine klare Sprache: Morgen haben wir gutes Wetter!!!

Dienstag, 7.8.2001:
Heute soll er also sein: unser Nordkaptag. Als ich morgens (naja, es ist schon 10:30 Uhr) erwache, haben wir strahlenden Sonnenschein. Erst um 11:30 Uhr verlassen wir Inari, aber wir machen ja wieder eine Stunde gut, wenn wir die finnisch-norwegische Grenze überqueren. Einige Kiometer nördlich von Inari müssen wir links abbiegen, um Richtung Norwegen zu kommen und hier ist das Nordkap auch erstmals auf einem Wegweiser vermerkt.


Erstmals zeigt ein Wegweiser zum Nordkap

Wir durchfahren nochmals eine wolkenverhangene Zone, als dann kurz vor Norwegen, das wir um 13:00 Uhr erreichen, die Sonne endgültig das Sagen hat. Die Route führt uns nun in Norwegen über Karasjok und Lakselv zum Nordkap. Entlang der Strecke werden die Bäume immer kleiner und verkümmerter, bis sie schließlich ganz verschwunden sind.

Zur Nordkapinsel Magerøya gelangen wir durch den 1999 eröffneten Tunnel, der auf einer Länge von 6,8 Kilometern und einer Tiefe von 212 Metern unter dem Meeresspiegel die Insel mit dem Festland verbindet. An der Mautstelle haben wir Glück, da wir für unser 13-m-Gespann lediglich den normalen PKW-Preis von rund 36 DM bezahlen müssen, während ich von einigen WoMo-Fahrern erfuhr, daß ihnen der LKW-Tarif von rund 100 DM abgeknüpft wurde.

Vorbei an der Ortschaft Honningsvåg fahren wir nun unsere letzte Etappe zum Nordkap, das wir um 16:55 Uhr nach insgesamt 4331 Kilometern erreichen.



Das Wetter ist herrlich: strahlender Sonnenschein, allerdings bei einem eisigen Wind. Es hat sich also gelohnt, am Inarisee auf besseres Wetter zu warten.


Hier bin ich nun am Ziel, dem Nordkap

Nach dem obligatorischen Fototermin an der Weltkugel verbringen wir den restlichen Nachmittag im Nordkapzentrum, für das wir schon an der Einfahrt zum Parkplatz einen nicht gerade geringen Eintrittspreis bezahlt hatten. Souveniershop und Restaurant im Nordkapzentrum sind, wie nicht anders zu erwarten, Abzocke pur. Wer da was kauft ist selbst Schuld. Sehr imposant war aber das Kino (bereits im Eintrittspreis enthalten), in dem im Breitbildformat (5 Leinwände breit) ein Film über die Insel Magerøya und das Nordkap durch die vier Jahreszeiten gezeigt wird.

Nachdem wir uns im Wohnwagen ein Abendessen zubereitet haben, hören wir bereits ab 21:00 Uhr, wie ein Reisebus nach dem anderen anrollt und massenweise Touristen ans Nordkap geschleift werden, um den Sonnenuntergang anzusehen und dabei noch kräftig Geld auszugeben. Gegen 22:00 Uhr verlassen auch wir wieder unseren Wohnwagen um dem Spektakel beizuwohnen und trauen unseren Augen nicht: Rund 30 Reisebusse stehen mittlerweile auf dem Parkplatz, ein Ende der Buslawine ist allerdings noch nicht abzusehen. Vor dem Kino, in dem nachmittags keine 20 Leute saßen, stehen die Touris nun Schlange und auch vorne am Felsen herrscht schon dichtes Gedränge (s. folgendes Foto).


Sonnenuntergang am Nordkap

Leider haben wir die Mitternachtssonne um 9 Tage verpasst, so daß es heute für uns einen Sonnenuntergang mit baldigem Sonnenaufgang zu sehen gibt. Nachdem ziemlich genau um 23:00 Uhr die Sonne verschwunden ist, bringe ich Tom ins Bett und gehe nochmal zum Felsen, um dort auf den Sonnenaufgang zu warten. Die Massenveranstaltung ist vorbei, die Busse sind fast alle wieder abgefahren und nur noch wenige Menschen sind nun anzutreffen, so daß sich nun auch die Gelegenheit zu dem einen oder anderen gemütlichen Plausch ergibt.

Mittwoch, 8.8.2001:
Gegen 2:00 Uhr geniesse ich nun noch einen herrlichen Sonnenaufgang und lege mich gegen halbdrei ins Bett, das ich erst mittags wieder verlassen werde, denn zum Glück hat auch Tom an diesem Morgen einen gesegneten Schlaf. Von heute an geht es wieder Richtung Süden und jeder weitere Kilometer bringt uns der Heimat wieder ein Stückchen näher.

Nachdem wir unser Gefährt wieder fahrbereit gemacht haben, geht es am frühen Nachmittag ins nördlichste Dorf Europas, nach Skarsvåg, von wo aus wir eine Wanderung zum Kirkeporten unternehmen.


Der Kirkeporten

Gegen Abend besuchen wir noch das Museum in Honningsvåg, wo es viel interessantes über die Region zu sehen gibt. Anschliessend geht es weiter Richtung Süden, unserem Übernachtungsziel Hammerfest entgegen, das wir gegen 21:00 Uhr bei strömendem Regen erreichen.


Ein Blick auf das verregnete Hammerfest

Die Suche nach einem freien Stellplatz für unseren Wohnwagen bleibt erfolglos, so dass wir am Stadtrand auf einen kleinen aber sehr teueren Campingplatz fahren

Donnerstag, 9.8.2001:
Als ich morgens aus dem Fenster schaue, traue ich kaum meinen Augen: Direkt vor unserem Wohnwagen grasen einige Rentiere. Nach Dusche und Frühstück hängen wir unseren Wohnwagen wieder an und fahren in die Stadt, um uns dort ein wenig umzusehen. Jede Menge Rentiere traben hier urgemütlich mitten in der Stadt rum und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Nachdem wir das Meridiandenkmal (hier wäre ein toller Stellplatz gewesen, den wir leider gestern Abend nicht gefunden hatten) besichtigt haben, setzt schon wieder strömender Regen ein, so dass wir beschliessen dieser Stadt den Rücken zu kehren und uns auf den weiteren Weg Richtung Süden zu machen.

Gegen Mittag fahren wir kurz vor Alta einen Parkplatz neben einem kleinen Waldstück an, und als ich gerade einige Konserven für unser Mittagessen aus dem Kühlschrank hole, kommt Tom ganz aufgeregt aus dem Wald gestürmt, stammelt irgendwas von Pilzen im Überfluss und quengelt unaufhörlich nach einer Schüssel. Da ich keine Lust habe an Pilzvergiftung zu sterben, begleite ich ihn lieber und schaue ihm beim Sammeln ein wenig auf die Finger. Es ist unglaublich, binnen weniger Minuten ist die Schüssel gefüllt und das Abendessen gesichert.

Nächstes Ziel sind die Felszeichnungen von Alta. Das Freilichtmuseum liegt direkt neben der Straße und ist daher nicht schwierig zu finden. Die mehrere tausend Jahre alten Zeichnungen stellen Jagdszenen dar und befinden sich in verschiedenen Höhenstufen. Da der Meeresspiegel sich im Laufe der Jahrtausende immer mehr gesenkt hat, sind die am weitesten oben liegenden Zeichnungen auch die ältesten


Die berühmten Felszeichnungen von Alta

Wir fahren noch ein Stückchen weiter entlang einer wunderschönen Fjordlandschaft, bevor wir bei Langfjordbotn eine Parkbucht direkt am Meer mit wunderbarem Ausblick auf die schneebedeckten Berge als Schlafplatz bestimmen.


Ein herrlicher Ausblick bietet sich von unserem heutigen Übernachtungsplatz

Während Tom sofort samt Angelrute Richtung Wasser aufbricht mache ich mich daran, zwei riesige Schüsseln voller Pilze zu einem leckeren Pilzragout zu verwandeln. Gott sein Dank, erwischt er heute keinen Fisch, denn wenn ich mich nach der ganzen Pilzputzerei auch noch um so ein Schuppenvieh hätte kümmern müssen, wäre wahrscheinlich ein gewaltiger Küchenkoller über mich hereingebrochen.

Freitag, 10.8.2001:
Heute gehts noch ein gutes Stück nach Süden, bevor wir bei Skibotn nach Osten schwenken, um wieder nach Finnland zu gelangen. Gleich nach der Grenze wird erst mal vollgetankt, weil in Finnland der Sprit im Vergleich zu Norwegen wesentlich billiger ist. Dann fahren wir entlang der finnisch-schwedischen Grenze nach Osten bis Kaaresuvanto, wo wir in einem Supermarkt unsere letzten Finnmark für Zigaretten, Brot und Rentierfleisch verpulvern, bevor wir über einen kleinen Fluß die Grenze nach Schweden passieren und uns wieder südwärts halten. Wir wollen von hier an auf dem Inlandsvägen ganz Schweden von Nord nach Süd durchqueren, machen allerdings heute noch einen kleinen seitlichen Abstecher nach Kiruna, das wir am späten Abend nach fast 600 Tageskilometern erreichen. Kurz vor Kiruna halten wir an einem Parkplatz, auf dem wir übernachten wollen und als ich das Auto verlasse, ist es mir vollkommen klar: Jetzt haben sie uns doch noch gekriegt!
Mücken! Mücken! Tausende von Mücken! Während ich wild um mich schlagend in windeseile die Stützen des Wohnwagen herunterdrehe, bleibt Tom im Auto sitzen um nicht auch noch Beute dieser Mistviecher zu werden. Zum Glück sind sämtliche Fenster und Luken des Wohnwagens mit Fliegengitter abgedichtet und die wenigen Biester, die uns beim Einsteigen reingeschlüpft sind, haben wir schnell erschlagen, so daß einer ruhigen Nacht nichts im Wege steht.

Samstag, 11.8.2001:
Heute steht das Bergwerk der LKAB auf dem Besichtigungsplan, zuvor aber wollen wir uns in dem an den Parkplatz angrenzenden Wald noch mit Pilzen fürs Abendessen eindecken. Nur der großen Pilzdichte ist es zu verdanken, dass diese Aktion relativ schnell über die Bühne geht und wir nicht von den Mücken aufgefressen werden. Nachdem der Wohnwagen wieder startklar ist, fahren wir die wenigen Kilometer in die Stadt und steuern erst mal das Betriebsgelände der LKAB an. Der Pförtner sagt uns, dass die Minenführung nur im Tourismusbüro in der Stadtmitte gebucht werden kann, also ziehen wir wieder ab Richtung Zentrum. Nach der Anmeldung zur Besichtigung haben wir noch etwa zwei Stunden zeit, die wir uns mit einem Mittagessen und einem kleinen Stadtbummel vertreiben. Besonders sehenswert in Kiruna ist die komplett aus Holz errichtete Kirche.


Die Holzkirche von Kiruna

Um 13:00 Uhr werden wir von einem Bus der LKAB vor dem Tourismusbüro abgeholt und direkt in den Besucherstollen in 540 Metern Tiefe gefahren. Während der eineinhalbstündigen Führung erfahren wir eine ganze Menge Fakten über Geschichte und Firmenstruktur der LKAB und über die Technik des Erzabbaus. Nach dem offiziellen Teil der Führung, die mit Kaffee und Kuchen endet, haben wir noch Gelegenheit den Besucherstollen auf eigene Faust zu erkunden und das Bergbaumuseum, das sich ebenfalls im Stollen befindet, zu besichtigen.



Damit man eine Vorstellung davon bekommt, wie riesig die Fahrzeuge im Bergwerk sind, hat sich Tom zum Größenvergleich vor einen alten Reifen gestellt.

Am späten Nachmittag bringt uns der Bus wieder ins Stadtzentrum zurück und wir machen uns gleich auf den Weg, weil wir heute noch das etwa 250 km entfernte Jokkmokk erreichen wollen. Dort wollen wir ein paar Tage Pause einlegen und begeben uns deshalb mal wieder auf einen Campingplatz (Jokkmokk Tourist Center), der über Angelmöglichkeit und einen wunderschönen Spielplatz verfügt.

Sonntag, 12.8.2001:
Vom heutigen Tag gibts eigentlich so gut wie nichts zu berichten, ausser, dass wir nach nun insgesamt 5.674 Kilometern es so richtig geniessen, mal einen ganzen Tag lang die Zeit totzuschlagen.


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