nordkaptour.de
Wer und was
Die Strecke
Reiseverlauf
Fotoindex
Tipps
Zusammenfassung
Gästebuch
Kontakt
Links
History
4. Woche

4. Woche

Montag, 13.8.2001:
Nach einem ausgiebigen Frühstück ist Wäschewaschen angesagt, denn im Gegensatz zu allen anderen Campingplätzen, stehen Waschmaschine und Trockner hier kostenlos zur Verfügung, was ich natürlich ausnutze bis kein Stück Schmutzwäsche mehr vorhanden ist. Zum Abendessen fahren wir heute in den Ort, denn nach der Waschorgie habe ich absolut keinen Bock mehr auf kochen.

Dienstag, 14.8.2001:
Heute fahren wir zum Storforsen, einem gigantischen Wasserfall, etwa 100 km von Jokkmokk entfernt. Wenn man diese gewaltigen Wassermassen an einem vorbeidonnern sieht, wird einem erst richtig bewusst, welche enormen Kräfte die Natur freisetzen kann.



Abends gehe ich mit Tom noch ein wenig Angeln. Zu Beginn beissen eigentlich nur die Mücken, die sich mal wieder schwarmweise auf uns niederlassen, aber als es zu dämmern beginnt, machen wir doch noch reiche Beute: 16 kleine Barsche, die sich in leckere Filets verwandeln lassen, gehen plötlich binnen kurzer Zeit an die Angel. Nicht ganz so toll finde ich allerdings, dass ich um 23:30 Uhr, als wir vom Angeln zurückkommen, all diese Fische noch filetieren muss, womit ich, während Tom schon tief schläft, um ein Uhr morgens fertig werde.

Mittwoch, 15.8.2001:
Vormittags nehmen wir von Jokkmokk Abschied und überqueren wenige Kilometer später ein letztes Mal den Polarkreis, diesmal in südlicher Richtung



Nach einem Fotostopp geht es weiter ins etwa 450 km entfernte Dorotea, wo wir das Jagd- und Fischereimuseum besuchen und auch gleich den dortigen Parkplatz zum Übernachten nutzen.

Donnerstag, 16.8.2001:
Eigentlich wollten wir ja auf dem Heimweg noch in Göteborg vorbeischauen, aber Tom will unbedingt nochmal nach Eksjö zum Angeln. Wir nehmen uns vor, heute die rund 1.000 Kilometer bis Eksjö zu schaffen, um bei der dort geplanten Ruhepause einen Tag mehr zur Verfügung zu haben, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die ersten 700 Kilometer läuft es wie am Schnürchen, doch dann sehen wir schon von weitem eine gewaltige Gewitterfront, auf die wir direkt zufahren. Gegen 22:30 Uhr sind wir mitten drin...max. 20 km/h sind möglich. Trotz Stufe 2 bringen die Scheibenwischer den Regen nicht mehr weg und auch die Straße ist total überflutet. Plötzlich ein unwahrscheinlich greller Blitz, gleichzeitig ein gewaltiger Donnerschlag und das Autoradio macht keinen Mucks mehr. Ich halte an und stelle fest, dass auch die Freisprecheinrichtung fürs Handy hinüber ist. Zum Glück lag das Telefon im Handschuhfach und ist dadurch heil geblieben. Nachdem etwa 15 Minuten später sich die Wetterlage wieder halbwegs beruhigt hat, setzen wir unsere Fahrt nach Eksjö fort, doch nach etwa einer Stunde fällt mir auf, dass mein Licht immer schwächer wird, bis dann schliesslich beim einschalten des Fernlichts die Instrumentenbeleuchtung ausgeht. Ich fahre kurz hinter Askersund auf den nächsten Parkplatz, der glücklicherweise leicht geneigt ist, so dass ich das Fahrzeug leicht abschüssig abstellen kann. Nach dem Abstellen des Motors versuche ich erneut zu starten, doch die Batterie ist total leer. Nachdem es schon kurz nach Mitternacht ist, habe ich keinen Bock mehr, mich darum zu kümmern und trage den schlafenden Tom in den Wohnwagen, bevor ich mich selbst schlafen lege.

Freitag, 17.8.2001:
Gleich nach dem Aufstehen versuche ich erneut das Auto zu starten, doch nichts geht mehr. Ein Blick in den Motorraum spricht Bände: Die Lichtmaschine ist total im Eimer, die Spulen sind durch den Blitzschlag total verschmort, weswegen die Batterie nicht mehr geladen werden kann. Nach dem Frühstück hänge ich den Wohnwagen ab und starte das Fahrzeug durch anrollen auf dem abschüssigen Parkplatz. Wir fahren zurück nach Askersund und fragen an einer Tankstelle, ob man uns weiterhelfen kann. Dort verweist man uns an eine Werkstatt, die sich auf Autoelektronik speziallisiert hat. Doch auch hier kann man uns nicht helfen und gibt uns die Adresse eines Bosch-Dienstes in Motala. Auf dem Weg dorthin stoppen wir kurz an unserem Übernachtungsplatz und nehmen unseren Wohnwagen wieder mit. Bis Motala sind es noch gut 50 Kilometer und ich habe Zweifel, ob die Batterie noch so lange hält, aber schliesslich schaffen wir es doch. Beim Boschdienst schickt man uns zur Fordwerkstatt, weil sie keine Lichtmaschine vorrätig haben. In der Fordwerkstatt hört man sich gar nicht an, was wir wollen, ein muffiger Angestellter wimmelt uns sofort mit den Worten "no time, it´s Friday afternoon" ab und ich muss tief und langsam durchatmen, dass ich diesem Kerl nicht an den Hals springe, denn allmählich steigt ein Gemisch aus Frust und Wut in mir auf. In meiner Not fahre ich gleich 200m weiter in eine markenunabhängige Werkstatt, obwohl ich kaum noch Hoffnung habe, dass mir dort geholfen werden kann. Aber siehe da, der Mann lässt seine Arbeit liegen, schmeisst sich ans Telefon und erklärt mir anschliessend, es tue ihm leid, aber es werde etwa zwei Stunden dauern, da er ca. 80 km fahren müsse, um die soeben organisierte Lichtmaschine abzuholen. Nachdem ich schon damit gerechnet hatte, das Wochenende auf irgendeinem Parkplatz im Wohnwagen zu verbringen, kann er mich mit zwei Stunden Wartezeit überhaupt nicht schocken und ich nutze diese Zeit voller Freude für ein Mittagsschläfchen.

Pünktlich nach zwei Stunden kommt er zurück und der Einbau der neuen Lichtmaschine ist relativ schnell erledigt, so dass wir endlich am späten Nachmittag das letzte Stück bis Eksjö angehen können, wo wir gegen 18:00 Uhr ankommen.

Samstag, 18.8.2001 und Sonntag, 19.8.2001:
Diese beiden Tage ist Erholung angesagt! Mal kurz in den Ort, ein wenig shoppen, ansonsten Angeln, Minigolf, Faulenzen und natürlich endlich mal wieder deutsche Nachrichten sehen, denn hier ist nun auch ASTRA wieder mit der kleinen 60-er-Schüssel zu empfangen.


Nach oben zur Navigationsleiste     Bücher zu Skandinavien